23.06.2014 Johanni-Dämmerschoppen: Für Landrat Gailler steht Wirtschaftlichkeit im Vordergrund

Fünfmal konnte CSU-Ortsvorsitzender Siegfried Wohlmann für Wolfstein, Mühlen, Höhenberg, Stadtosten und die Seniorenunion Albert Löhner als Landrat willkommen heißen zum Johanni-Dämmerschoppen. Diese Tradition gewordene Abendveranstaltung führte nunmehr Willibald Gailler, am 16.03. zum Landrat gewählt, fort.

Zunächst blickte er vor vollem Haus kurz zurück auf die Ergebnisse der Wahlen 2013 und 2014. Insgesamt könne man sehr wohl zufrieden sein. Er dankte allen, die in der Wahlwerbungszeit viele Stunden geopfert hätten. Nicht nachvollziehbar sei für ihn die geringe Wahlbeteiligung. Manche Standpunkte seien vor der Europawahl nicht klar genug benannt worden.

An kommunalen Themen sprach er eingangs das Klinikum und vornehmlich die unbefriedigende Parkplatzsituation an. Hier sei ein Ausloten des Bedarfs vorrangig. Immerhin seien 1500 Beschäftigte zu verzeichnen. Ein Parkdeck vor dem Klinikum hielt er für wesentlich sinnvoller als irgendwo dahinter. Stadt und Kreis seien in intensiven Gesprächen um eine baldige einvernehmliche Lösung bemüht. Zu prüfen ist, ob und ab wann ein Hubschrauber auf dem Dach des Klinikums landen könne, um möglichst wenig Zeit zu verlieren.

Beim Krankenhaus Parsberg sah er Schwierigkeiten, weil es von der Bevölkerung nicht genügend angenommen würde. Ziel jedoch sei, den Stützpunkt zu halten.

Auf die Schulsituation eingehend, sah er Neumarkt und den Kreis weiterhin auf einem guten Weg. Eine Sanierung der Berufsschule nehme konkrete Formen an. Trotz zurückgehender Schülerzahlen solle weiter qualitativ hochwertig investiert werden.

Das Förderzentrum Neumarkt werde verkauft und damit ein Neubau beim Vermessungsamt finanziert, so die Vorstellung. Das Pädagogische Förderzentrum in Parsberg werde erhalten.

Jüngster aktueller Schwerpunkt an Baustellen nannte Gailler das WGG, dessen Neubau für ca. 1400 Schüler und Schülerinnen sowohl im Zeit- als auch Kostenplan liege. Nach über einem Jahr seien die Ausmaße der beiden roten Baukörper hinter dem Parc `Issoire deutlich sichtbar. 34,9 Millionen werde das Projekt kosten. Im September 2015 solle mit dem Schulbetrieb begonnen werden. Dieses Projekt, so der Landrat, bringe für den Kreis enorme finanzielle und organisatorische Herausforderungen, werde aber die Schullandschaft erheblich bereichern.

Zu den Kommunen bemerkte er, dass im Prinzip Vollbeschäftigung herrsche und nahezu alle sehr gut wirtschaften. Im Bereich Straßenbau nannte er als nächstes Ziel den dreispurigen Ausbau der B 299 bis Berching, denn die Unternehmen benötigten leistungsfähige Transportwege. Notwendig sei die S-Bahn bis NM-Süd. Die so gen. Datenautobahn laufe in den Gemeinden gut.

Abschließend informierte er über eine hohe Belobigung durch die Regierung, die dem Kreis Neumarkt eine herausragende Situation bescheinigte.

In der lebhaften Diskussion wurden u. a. die Situation der Asylbewerber, deren man demnächst viel mehr erwarten müsse, die Ausbaubeiträge der Anwohner, die Stromautobahn, deren Trasse Bayern unbedingt verhindern will, deutlich angesprochen.