02.10.2014 Am Blomenhof entsteht mittelalterliches Kleinod

Höchst interessiert und neugierig folgten die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion und des Stadtausschusses den detaillierten Ausführungen der Familie Schmauser, die das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert käuflich erworben hat. Auf Anfrage der CSU waren die Bauherren sofort bereit, über das jetzt schon sich abzeichnende Schmuckstück Einzelheiten zu verraten.

Dass das öffentliche Interesse an dem Bauwerk groß war, bemerkte Frau Schmauser zu Beginn, denn nicht wenige Radfahrer und Fußgänger legten eine Pause ein und bestaunten die Entstehung des Baus, der 1571 zum ersten Mal auf einer Karte verzeichnet war.

So erzählte die Familie Einzelheiten: Es gab häufig Besitzerwechsel durch Erwerb und Verpachtung. 1633 wurde es im Schwedenkrieg zerstört, später wieder aufgebaut. 1873 fand erstmals ein Bierausschank in der Gaststätte statt. Weiter wurden in der Folgezeit Arbeiterwohnungen errichtet. Immer wieder wurde das Haus zur Gaststätte umfunktioniert bis in die 80-er Jahre. In den 40-er Jahren gab es viele bauliche Veränderungen, auch in hygienischer Hinsicht.

Ziel der Familie Schmauser ist, eine Gaststätte mit heimischer Küche einschließlich Biergarten zu errichten, Bier wird selbst gebraut. Ca. eine Million verschlinge das Projekt bei intensiver Eigenleistung. 24 Parkplätze laden auch bequemere Artgenossen ein zur Brotzeit. Im Inneren finden 100 Gäste Platz, im Außenbereich 200. Zeitgleich entsteht ein Nebengebäude vorsorglich mit Pächterwohnung. Ende 2015 wolle man eröffnen, so Frau Schmauser, nachdem im September 2013 begonnen wurde, das Gebäude zu entkernen. Teils konnte man auf erhaltene Balkenbohlendecken zurückgreifen, teils mussten neue eingezogen werden. Historische Kastenfenster werden künftig von der damaligen Bauart zeugen. Eine Gasthermenheizung plus einer atmosphärischen Heizungsanlage solle die Gäste in kühleren Zeiten zum wohl fühlenden Verweilen einladen. Auf die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und dem Stadtbauamt angesprochen, vermeldeten die Bauherren nur Positives. Man wirkte von dieser Seite aus immer effizient beratend.

Keine Frage, dass auch an behindertengerechtes Bauen gedacht wurde. Mit Vorfreude werden die CSU-ler den Baufortschritt in den kommenden Monaten beobachten, betonte Stadtverbandsvorsitzender und stv. Fraktionsvorsitzender Robert Renker.