26.07.2017 CSU will mehr Transparenz beim Hochschulstandort

Stadtverbandsvorsitzender Gmelch kritisiert OB wegen überhasteter Entscheidung / OB-Kandidat Graf will die Bürger mit einbinden

In der Sitzung am heutigen Donnerstag soll der Stadtrat über den künftigen Hochschulstandort entscheiden. OB Thumann ist an einer schnellen Entscheidung gelegen, ohne die Thematik ganzheitlich zu betrachten. Die CSU will die Fehler beim Ganzjahresbad-Projekt aber nicht wiederholen und drängt darauf, die Standortfrage im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu beantworten.

Es war eine freudige Nachricht, als die Stadt Neumarkt den Zuschlag für die Hochschule bekam. Seitdem wird darüber diskutiert, welcher Standort dafür am besten geeignet ist. Für OB Thumann ist seit langem klar, wo die Hochschule hinkommen soll. So liest sich auch die Beschlussvorlage, die im Vorfeld der heutigen Stadtratssitzung an die Ratsmitglieder verschickt wurde. „Dass von Seiten des OB und der Verwaltung ein derartiger Entscheidungsdruck auf die Stadträte gelegt wird, ist unverständlich,“ kritisiert CSU-Stadtverbandsvorsitzender Marco Gmelch. Er war schon des Öfteren mit Vorschlägen zum Thema beim OB abgeblitzt. „Der OB betrachtet die Standortfrage isoliert und will sein eigenes Ding durchziehen. Das halte ich für falsch“, so der Stadtrat und Neumarkter CSU-Chef. Ähnlich sehen es auch viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht nachvollziehen können, warum hier auf einmal mit so viel Zeitdruck an einer Entscheidung gearbeitet wird.

Die Beschlussempfehlung der Verwaltung hinterfragen Die Stadtratsvorlage zu diesem Thema weist insgesamt neun verschiedene Standorte mit ihren Vor- und Nachteilen auf. Doch die Beschlussempfehlung ist eindeutig, der Standort am Residenzplatz ist der Favorit der Verwaltung. „Die Verwaltung lässt ein klares Konzept zur künftigen Ausrichtung der Stadt vermissen. Sie hat keine Vision für die Zukunft. Stattdessen wird wieder einmal etwas über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger Neumarkts entschieden. Und das hat enorme Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt “, so OB-Kandidat Richard Graf von der CSU. Er schlägt vor, ohne Zeitdruck alle möglichen Standorte neutral und unabhängig zu überprüfen. „Das Beispiel Ganzjahresbad hat uns doch gezeigt, wie es nicht geht. Warum gehen wir jetzt wieder diese Überrumpelungs-Taktik?“ ergänzt Gmelch. Der Standort der Hochschule muss in einer Machbarkeitsstudie und konstruktiven Gesprächen ermittelt werden. „Da reicht es nicht, wenn wir uns nur anschauen, welche Flächen der Stadt gehören. Wir müssen auch beachten, was der Standort zur weiteren Entwicklung der Stadt beitragen kann“, argumentiert Graf. „Zudem müssen wir im Auge behalten, wie die Anbindung des Standorts an den Straßen-, Bus- und Zugverkehr ist“. An diesen Faktoren müsse der Hochschulstandort gemessen werden.

Standorte haben Vor- und Nachteile „In einer Stadt gibt es keinen absolut perfekten Standort für eine Hochschule“, weiß OB-Kandidat Richard Graf. Er plädiert dafür, sich mit den Vor- und Nachteilen aller Standorte intensiv zu beschäftigen. Erst wenn alle Fakten auf dem Tisch sind, mache es Sinn, über den Standort final zu entscheiden.

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